Interview mit Günter Bayer
Mering.
Es ist vollbracht und nach dem Sieg in Nördlingen kannte der Jubel keine Grenzen mehr beim SV Mering. Der Aufsteiger steigt wieder auf. Nach 44 Jahren Pause ist der MSV somit wieder in der Landesliga vertreten. Nach der Bezirksliga-Meisterschaft, spielte sich die Truppe von Cheftrainer Günter Bayer unter die besten sechs Mannschaft in der BOL. Nicht nur Mering profitiert von einer Ligenumstrukturierung des Bayerischen Fußball-Verbandes, sondern auch weitere fünf Mannschaften, die in der kommenden Saison in der Landesliga spielen werden. Der Grund: die Bezirksoberliga wird aufgelöst. Zum jetzigen Zeitpunkt haben es auch der TSV Mindelheim, TSV Nördlingen, TSV Ottobeuren und die SpVgg Kaufbeuren geschafft. Der FC Affing als Bezirksoberliga-Meister darf sogar noch von der Bayernliga träumen. Auch der TSV Bobingen hat durchaus noch Chancen als Tabellensiebter die Qualifikation zu umgehen. Der finale letzte Spieltag am Samstag (19.5.) bringt allen Gewissheit. Wir sprachen mit Cheftrainer Günter Bayer über den großartigen Erfolg mit seiner Mannschaft.
Wie groß ist die Freude, dass der SV Mering künftig in der Landesliga spielen wird?
Bayer: „Es ist einfach überwältigend. Zwei Aufstiege in eineinhalb Jahren, das ist schier unglaublich und macht uns alle verdammt stolz. Hier wurde im ganzen Verein eine fantastische Arbeit abgeliefert. Jeder hat in seiner Position das Optimale geleistet“.
Als Aufsteiger ist der MSV in der BOL durchgestartet. Ist das Thema „Landesliga“ überhaupt bei deinen Jungs angekommen?
Bayer: „Das ist eine gute Frage. Ich bin mir nicht sicher, ob es jeder Spieler schon realisiert hat, was da eigentlich mit dem SV Mering passiert ist. Selbst ich kann es noch gar nicht ganz glauben. Das kommt vermutlich erst, wenn der Spielplan vorliegt und wir unsere Gegner kennen“.
Du als erfahrener Coach weißt, dass die Spielstärken in der Bezirksliga und Bezirksoberliga nicht mit der Landesliga zu vergleichen sind. Wie groß ist deiner Meinung nach der Sprung?
Bayer: „Ja, es wird qualitativ schon ein enormer Sprung werden. Einige meiner Spieler haben bestimmt schon von der Landesliga geträumt, jetzt sind sie mittendrin statt nur dabei. Es wird für uns alle eine riesen Herausforderung“.
Letzter Stand ist, dass es eine 20er-Liga gibt. Schon Mitte Juli soll die neue Saison starten. Gleich in den ersten Wochen stehen allein drei "Englische Wochen" auf dem Programm. Mutet der BFV den Amateurteams nicht zu viel zu?
Bayer: „20er-Liga“ bedeutet 38 Pflichtspiele. Klar, dass es da in den Sommermonaten zu Englischen Wochen kommt. Für jedes Amateurteam ist das eine enorme Belastung. Bei Auswärtsspielen unter der Woche müssen die Spieler Urlaub nehmen, Studenten haben Vorlesungen bzw. schreiben ihre Klausuren. So wird der eine oder andere Spieler eventuell auch auf der Ausfallliste stehen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass man einen relativ großen Kader braucht, um jederzeit ein wettbewerbsfähiges Team stellen zu können“
Lange Fahrten, mehr Investitionen, die Ungewissheit was einen in der Landesliga erwartet. Wie stellst du deine Mannschaft auf das Abenteuer oder die Mission "Landesliga" ein?
Bayer: „Nun, ich hoffe, dass wir unsere Aufstiegseuphorie mitnehmen können und auch qualitativ in der Lage sind, in dieser Liga mitzuspielen. Entscheidend wird dabei unsere mannschaftliche Geschlossenheit sein“.
Allein der VfB Durach hat als Aufsteiger bis jetzt 24 Niederlagen kassiert. Ist hier jeder Aufsteiger - auch der SV Mering - vorgewarnt, welch rauher Wind in dieser Liga weht.
Bayer: „Ja, da kann einem schon angst und bange werden. Ich kenne die Duracher Mannschaft sehr gut und war ursprünglich der Meinung, sie könnten sich in dieser Landesliga besser behaupten“.
Wann startest du mit deiner Vorbereitungsphase und stehen die Vorbereitungsgegner schon fest?
Bayer: „Wir werden am 19. Juni mit der Vorbereitung beginnen. Im Moment haben wir sieben Spiele fixiert, unter anderem gegen namhafte Gegner wie Aindling, Aichach, Fürstenfeldbruck und Schwabmünchen“.
Wird oder muss jetzt mehr trainiert werden?
Bayer: „Wir werden uns in gewohnter Art und Weise auf die Punktspiele vorbereiten. Schwerpunkte werden wir in der Anfangsphase sicherlich im konditionellen Bereich legen. Später kommen dann natürlich die elementaren Teile wie Kraft, Schnelligkeit, Technik und Taktik dazu“.
Hattest du die Möglichkeit, dir schon ein Bild von der Landesliga zu machen?
Bayer: „Nein, überhaupt nicht. Zunächst gilt es einmal abzuwarten wie unsere Gegner heißen“.
Reicht die Qualität deines jetzigen Kaders überhaupt für die Landesliga-Süd aus?
Bayer: „Das hoffen wir alle. Nachdem wir allerdings einige namhafte Abgänge zu verkraften haben, brauchen wir auch wieder die eine oder andere Verstärkung in unserem Team. Wir sind da aber auf einem guten Weg und versuchen unserer Philosophie folgend, immer mehr Meringer Spieler in unsere Mannschaft zu integrieren“.
Wegen der neuen Ligenstruktur des BFV gibt es unterschiedliche Meinungen. Werden einige Vereine wie Kaufbeuren, Mindelheim oder Ottobeuren nicht vor "finanziellen" Problemen stehen oder sich buchstäblich übernehmen?
Bayer: „Nun das wollen wir doch nicht hoffen. Sicherlich ist der Reiz sehr groß sich in dieser neuen Liga unter allen Umständen zu behaupten und vielleicht sogar vorne mitzuspielen. Aber: ich appelliere hier an die Vernunft aller Vereinsverantwortlichen keine finanziellen Risiken einzugehen“.
Das Interview führte Stefan Günter. |